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Fürther Glanzlicher 2026 Bezugspunkt der Erkenntnis – 25 Jahre Wikipedia

Bezugspunkt der Erkenntnis – 25 Jahre Wikipedia: „Zwischen Licht, Schatten und Erkenntnis“

6. und 7. November 2026 | 17:00 bis 22:00 Uhr | Pfisterschulhof Fürth

Ein scheinbar schwebender See aus Licht, wandernde Schatten und Wolken, die sich durch jede Bewegung verändern: Bei den Fürther Glanzlichtern 2026 verwandelt Lichtkünstler Andreas Juergens den Schulhof in einen begehbaren Raum zwischen Wissen, Wahrnehmung und Wirklichkeit.

Die Installation „Bezugspunkt der Erkenntnis – 25 Jahre Wikipedia: Zwischen Licht, Schatten und Erkenntnis“ lädt nicht nur zum Anschauen ein. Wer die Lichtfläche betritt, wird selbst Teil des Kunstwerks – und vielleicht beginnt schon nach wenigen Augenblicken die Frage: Wo stehe ich eigentlich?

Beispielbild
Lichtkunst zum mitmachen

25 Jahre Wikipedia

 

Ohne Bezugspunkt wissen wir nicht, wo wir stehen

Der Ausgangspunkt der Installation ist verblüffend einfach: Der Boden des Schulhofs ist nicht eben. Er steigt und fällt, doch diese Höhenunterschiede sind mit bloßem Auge nicht immer eindeutig wahrnehmbar.

Über diesem unregelmäßigen Boden liegt eine vollkommen horizontale Lichtfläche. Sie wird zur konstanten Bezugsebene. Erst durch diesen festen Bezugspunkt lässt sich unmittelbar erkennen, ob man gerade höher oder tiefer steht.

Was zunächst wie ein technisches Prinzip erscheint, wird zum eigentlichen Gedanken der Installation:

Auch Erkenntnis braucht Bezugspunkte.

Um eine Höhe bestimmen zu können, benötigen wir eine verlässliche Referenz. Und um Informationen, Nachrichten oder Behauptungen beurteilen zu können, brauchen wir ebenfalls Grundlagen, denen wir vertrauen können: überprüfbare Fakten, nachvollziehbare Quellen und gemeinsam anerkannte Regeln dafür, wie Wissen entsteht.

Die Lichtfläche wird damit zum „Bezugspunkt der Erkenntnis“.

25 Jahre Wikipedia – ein gemeinsamer Bezugspunkt für Wissen

Im Jahr 2026 besteht Wikipedia seit 25 Jahren. Die freie Enzyklopädie steht wie kaum ein anderes Projekt für die Idee, Wissen für alle zugänglich zu machen und durch die Beteiligung vieler Menschen gemeinsam weiterzuentwickeln.

Wikipedia ist dabei kein unveränderlicher Speicher endgültiger Wahrheiten. Artikel werden ergänzt, hinterfragt, korrigiert und mit Quellen belegt. Wissen bleibt in Bewegung – aber es benötigt Regeln und nachvollziehbare Grundlagen.

Genau hier begegnen sich Wikipedia und die Lichtinstallation.

Die horizontale Lichtfläche gibt allen Besucherinnen und Besuchern denselben räumlichen Bezugspunkt. Wikipedia versucht auf einer anderen Ebene, einen gemeinsamen Bezugspunkt für Wissen zu schaffen: nicht auf Grundlage dessen, was sich richtig anfühlt, sondern dessen, was anhand von Quellen überprüfbar und nachvollziehbar ist.

Wenn gemeinsame Bezugspunkte verloren gehen

Diese Frage besitzt heute eine besondere gesellschaftliche Aktualität.

Noch nie waren so viele Informationen so schnell verfügbar. Gleichzeitig konkurrieren Nachrichten, Meinungen, persönliche Überzeugungen, soziale Medien, Algorithmen und emotionale Botschaften permanent um unsere Aufmerksamkeit.

Dabei gerät nicht nur die einzelne Information unter Druck. Zunehmend wird auch darüber gestritten, welchen Quellen überhaupt noch vertraut werden kann.

Doch wenn eine Gesellschaft keine gemeinsamen Bezugspunkte mehr besitzt, wird Orientierung schwierig. Wenn überprüfbare Fakten nur noch als eine Meinung unter vielen erscheinen, verschwimmt die Grenze zwischen Wissen, Behauptung und Gefühl.

Die Installation gibt darauf keine fertige Antwort. Sie macht vielmehr ein grundlegendes Prinzip körperlich erfahrbar:

Erst ein gemeinsamer Bezugspunkt ermöglicht es uns, unseren eigenen Standpunkt zu bestimmen.

Ein See aus Licht, Schatten und Bewegung

Trotz dieses ernsten Hintergrundes ist „Bezugspunkt der Erkenntnis“ keine Installation, die belehren möchte.

Sie lädt zum Entdecken, Spielen und Experimentieren ein.

Die horizontale Lichtfläche erscheint wie ein großer, schwebender See. Die Besucherinnen und Besucher können sich frei durch diesen Lichtraum bewegen. Dabei durchbrechen ihre Körper die Fläche und erzeugen Schatten.

Diese Schatten wandern über das Licht, treffen aufeinander, verschmelzen und verschwinden wieder.

Gleichzeitig liegt feiner Nebel in der Luft. Er macht etwas sichtbar, das normalerweise verborgen bleibt: Unsere Bewegung verändert den Raum.

Wer durch die Installation geht, erzeugt Luftströmungen. Der Nebel beginnt sich zu bewegen, bildet Schlieren, Wolken und immer neue Strukturen. Selbst eine kleine Bewegung kann sich ausbreiten und an anderer Stelle das Erscheinungsbild verändern.

So gleicht kein Augenblick dem nächsten.

Jeder verändert die Wahrnehmung der anderen

Aus dem spielerischen Erlebnis entsteht eine weitere Ebene der Arbeit.

Die Schatten können als Sinnbild unserer unterschiedlichen Meinungen und Perspektiven verstanden werden. Jeder Mensch bringt seinen eigenen Standpunkt mit – und jeder beeinflusst durch sein Handeln die Wahrnehmung der anderen.

Genau wie Informationen und Meinungen in einer vernetzten Gesellschaft breiten sich die Veränderungen aus, treffen aufeinander und überlagern sich.

Doch trotz aller Unterschiede befinden sich alle Besucherinnen und Besucher in derselben Lichtfläche.

Sie teilen einen gemeinsamen Bezugspunkt.

So entsteht aus vielen einzelnen Menschen für einen Moment ein gemeinsamer Raum aus Licht, Schatten und Bewegung.

Wo die Schatten leuchten

Für Lichtkünstler Andreas Juergens wird die Installation damit zu einem begehbaren Gedankenexperiment. Licht ist hier nicht nur Gestaltungsmittel, sondern eine Sprache, mit der abstrakte Fragen räumlich und sinnlich erfahrbar werden.

Wo endet Wissen und wo beginnt Meinung?
Woran orientieren wir uns?
Welchen Quellen vertrauen wir?
Und was geschieht, wenn uns gemeinsame Bezugspunkte verloren gehen?

Dabei bleibt die Installation bewusst offen. Jeder darf sich bewegen, beobachten, spielen – und seine eigenen Antworten finden.

Ganz im Sinne des künstlerischen Leitmotivs von Andreas Juergens:

„Wo die Schatten leuchten.“

Der Pfisterschulhof – ein passender Ort für die Erkenntnis

Auch der Spielort ist Teil des Gedankens. Das historische Schulgebäude an der Pfisterstraße wurde 1898/1899 als repräsentativer Neurenaissancebau aus Sandstein errichtet; charakteristisch ist unter anderem sein markanter Uhrturm.

Seit mehr als einem Jahrhundert ist dieser Ort mit Schule, Lernen und Wissensvermittlung verbunden. Generationen von Schülerinnen und Schülern haben hier gelernt, Zusammenhänge zu verstehen, Wissen zu hinterfragen und ihren eigenen Standpunkt zu entwickeln.

Damit erhält der „Bezugspunkt der Erkenntnis“ gerade an diesem Ort eine zusätzliche Bedeutung: Eine Lichtinstallation über gemeinsames Wissen findet dort statt, wo Wissen seit Generationen weitergegeben wird.

Fürther Glanzlichter 2026

Bezugspunkt der Erkenntnis – 25 Jahre Wikipedia: „Zwischen Licht, Schatten und Erkenntnis“

Lichtkunstinstallation von Andreas Juergens

Freitag, 6. November 2026
Samstag, 7. November 2026
jeweils 17:00 bis 22:00 Uhr
Pfisterschulhof, Fürth

Ein Raum aus Licht. Ein gemeinsamer Bezugspunkt. Und die Frage, wo wir selbst stehen.

 

 

Hier gibts dann die ersten Bilder von der Probe

Hier  dann Bilder und Eindrücke von der Probe am 05.11.2026